Elias Kirsche - Text und Sex

Erotographie - Erotosophie - nacktes Dasein

Sandra

Sandra lernte ich in meinem Tantra-Jahrestraining kennen. In den Jahren 2007-08 absolvierte ich einen solchen Kurs plus einen Tantramassagetraining. Ich wollte mehr über spirituelle Aspekte der Sexualität erfahren und lernen, wie ich Cat noch sinnlicher und erotischer berühre, als ich es ohnehin schon tat. Cat war zu dieser Zeit bereits meine Ehefrau. Wir heirateten in Dänemark und lebten kürzlich zusammen in Berlin. Ich beendete meine Ausbildung am Berufskolleg in Dortmund mit Auszeichnung. Ich fand aber keine Arbeit in der Werbebranche, obwohl ich mehr als hundert Bewerbungen bei allen grossen Werbeagenturen Deutschlands einreichte. Zwei Jahre später ging ich an die Humboldt-Universität Philosophie studieren. Ich wollte verstehen, warum mein Leben so seltsam verlief. Cat und ich dürften wegen der russischen und der deutschen Bürokratie und des geltenden Ausländerrechts in Deutschland lange nicht zusammenleben. Wir hatten aber gewisse körperliche Bedürfnisse. Es blieb uns darum nichts anderes übrig als eine offene Beziehung zu führen. Die Bürokratie und die Gesetzeslage waren somit die Hauptauslöser dafür, dass ich es Schritt für Schritt erlernen sollte, mich sexuell auf mehr als eine Person einzulassen. Es war das weder mein Wunsch noch meine ursprüngliche Absicht. Da Cat nicht nach Deutschland dürfte, dürfte ich manchmal andere Mädchen verführen. Und auch Jungs. Und Cat dürfte es natürlich auch.

Und Sandra… Sandra war sehr hübsch. Vielleicht könnte sie mit solch einer exquisiten Schönheit eine Karriere im Model-Geschäft anstreben. Raffiniert, schlank, Beine von den Schultern. Aber nicht wie ein Kleiderbügel, sondern anmutig, fliessende Formen, sinnlich. Ihr tolles äusseres wurde ergänzt durch braune Rehaugen, lange glatte Haare und einen ausgeprägt vollen Mund. Sogar ihre Handflächen und Füsse waren eindeutig als Vorbild geschaffen, daher verstehe ich nicht, wie sie darauf kam zunächst Jura zu studieren, und warum sie denn die Anwältin werden wollte. Nun, als sie vom Rechtssystem völlig desillusioniert war, ging Sie zur Elite-Eskort. Natürlich wurde ihre samtige tiefe Stimme vom Schöpfergott nicht nur für die Gerichtswände geschaffen. Ihre lange dünne Finger waren nicht nur dazu da, um falsche und heuchlerische Argumente für Klagen daraus heraus zu saugen. Und die Hauptfunktion ihrer unübertroffenen Beine war sicher nicht nur das Gehen! Andererseits war es auch nicht die beste Berufung für ihre Lippen, die alten Schwänze zu lutschen. Für ihre Hände, die trägen Hoden zu drücken. Oder die Beine wie ihre über fette männliche Schultern zu werfen. Im Grunde genommen musste man Sandras Körper betrachten. Bewundern. Und ihn verewigen.

Sobald ich Sandra sah, begann ich zu beten, dass sie meine Partnerin für den Kurs werden würde, er dauerte ungefähr zwei Jahre. Der gnädige Herr hörte auf mein Gebet: Dieser Wunsch ging in Erfüllung: Sandra kam selbst zu mir, sprach mich selbst an und liess sich von mir berühren. Zum ersten Mal war meine ästhetische Freude so gross, dass ich nicht einmal einen harten Schwanz kriegte: Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, ihren Körper zu nehmen und zu vögeln. Ich glaube jedoch, dass ihre Kunden solche Bedenken nie hatten…

Ich war 25 Jahre alt, als wir uns trafen. Sandra war anscheinend 30 Jahre. Zu diesem Zeitpunkt gab sie sowohl ihre Tätigkeit als Rechtsanwältin wie auch als Elite-Eskort in Frankfurt auf. Sie widmete sich der gleichen Sache wie ich — der erotischen Forschung. Unser Training gefiel ihr jedoch gar nicht: Der Lehrer wirke zu dominant und narzisstisch, und der Rest der Teilnehmer sei zu alt, und sexuell zu bedürftig, meinte sie. Nur die Wenigsten galten für Sandra als Ebenbürtige. Einschliesslich mich — ich war ihr viel zu schüchtern.

Sandra positionierte sich als eine „freie Frau“ und engagierte sich viel in der Frauenbewegung. Sie war Mitglied von zwei feministischen Vereinen. Ein Gehalt von circa 8.000 € in der Unternehmensberatung war für Sandra nicht genug, da ihre männlichen Kollegen 10.000 € bis 11.000 € erhielten. Ich sagte ihr, dass sie mit der Organisation von nur 2-3 Dates pro Woche ganz schnell auf 16.000 € kommen kann, wobei die Männer, die mit ihr 2-3 Mal kurz Spass haben, gleich auf ihr finanzielles Niveau absinken werden. Sie müssen dann doppelt so viel arbeiten, um auf die 16.000 € zu kommen. Sandra lehnte sofort ab: 700 € bis 1000 € pro Date seien für eine Top-Model wie sie zu wenig.

„Für dieses Geld — Maximum die Massage! Besser macht so ein Typ es sich selbst!“ schrie Sandra laut:

„Und einen blasen soll er sich auch selber!“ fügte sie hinzu.

„Na ja… Auch ein Modell mit perfekten Massen wird nicht besser pro Sitzung entlohnt,“ antwortete ich.

„Ich bin aber nicht irgendein Model mit perfekten Massen!“ — schrie Sandra.
Ich stritt mich nicht weiter mit ihr. Mir wurde schnell klar, dass Sandras Gier und Stolz ihr schönes Wesen irgendwann zerstören werden.

Trotzdem lud ich sie nach dem Kurs zu uns zum Abendessen ein. Cat servierte uns Spaghetti Frutti di Mare. Danach sassen Sandra und ich auf der roten Sofa im Wohnzimmer. Cat ruhte sich neben uns in einem Sessel aus, gekleidet in ein Spitzenkleid, heiss und schmelzend. Sie wartete, bis ich endlich soweit bin, sie beiden zu einem ménage à trois zu verführen. Ich fand es sehr schade, dassCat selbst die Initiative nicht ergriff. Denn diese zwei Mädchen unter sich begeisterten mich bereits damals mehr als ich in der Mitte.

Ich bewunderte Cat und Sandra. Parallel fragte ich mich, warum Sandra in dem Fall nicht selbständig arbeitete. Wenn sie so klug, so launisch, und so leserlich ist, kann sie ihre Kunden doch selbst auswählen! Ihren eigenen Tarif verlangen. Alles würde dann perfekt ablaufen. Als ich ihr diese Frage stellte, entmutigte mich die Antwort: Ja, sie dachte bereits darüber nach und suchte sich sogar schon ein geeignetes Studio in Frankfurt am Main. Aber alles stockte in… in… Achtung: Im Stuck! An der Decke! Ja, unsere Sandra wollte unbedingt in einem Studio mit Stuck arbeiten! Ansonsten — auf keinen Fall! Doch im Zentrum von Frankfurt am Main waren alle solche Studios in amerikanischen Neubauten! Und alle leider ohne Stuck! Ah, wie schrecklich!

„Oh! Mein Gott, Sandra! Machen Sie sich doch einen Stuck nach Bestellung!“ — Cat warf sich beiläufig hin und griff graziös nach ihren Zigarillos. 

In einem Seidennachthemd von Yves Saint Laurent, mit ihrem langen und dünnen Captain Black im langen und dünnen schwarzen Mundstück sah Cat eleganter und edler aus als Sandra. Gott sei Dank war sie — und nicht etwa Sandra — meine Ehefrau.

„Das ist eine tolle Idee, den Stuck selber formen zu lassen!“ — sagte Sandra.

Ihr Business-Plan wurde somit vollständig. Aus diesem Grund verabschiedete sie sich bald von uns und wünschte uns einen angenehmen Abend.

— Der Abend war mehr als nur angenehm.

— Ich schwöre.